ISO 20121 im Messebau: Ein Gespräch mit Bexpo über Verantwortung und Wandel
Als langjähriger Messebaupartner der Eulachhallen hat Bexpo einen wichtigen Schritt gemacht und sich nach ISO 20121 zertifizieren lassen – dem internationalen Standard für nachhaltiges Eventmanagement. Wir wollten mehr über die Beweggründe und Herausforderungen erfahren und haben mit dem Project & Business Unit Manager Pascal Weilenmann gesprochen. Im Interview gibt er Einblicke in den Zertifizierungsprozess, die Bedeutung von Nachhaltigkeit für Bexpo und die nächsten Schritte auf diesem Weg.

Herzlichen Glückwunsch zur ISO 20121-Zertifizierung. Was bedeutet diese Auszeichnung für Bexpo?
Pascal: Vielen Dank. Die Zertifizierung ist ein erster Schritt in eine nachhaltigere Zukunft unseres Unternehmens. Wir haben damit einen Leitfaden für die nächsten drei Jahre erstellt. Nun gilt es, die auf dem Papier erarbeiteten Themen nach und nach in die Tat umzusetzen.
Warum habt ihr euch entschieden, diesen Standard umzusetzen?
Pascal: Die ISO 20121-Zertifizierung hilft uns dabei, Messestände und Events verantwortungsvoll zu planen und durchzuführen – unter Berücksichtigung der drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Wir waren uns bewusst, dass wir im Bereich Nachhaltigkeit einige offene Themen hatten. Über den Verband «Expo Event» sind wir dann auf die ISO-Zertifizierung gestossen, welche auch bereits von einigen anderen Messebau- und Eventfirmen umgesetzt wurde.
Wann und wie hat Bexpo begonnen, sich intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit im Messebau zu beschäftigen?
Pascal: Ich bin seit Mai 2023 in der Bexpo Productions AG tätig. Schon ziemlich bald war die ISO- Zertifizierung auf meiner To-Do-Liste, mit Umsetzungsziel im darauffolgenden Jahr. Da in einem KMU, wie wir es sind, solche Projekte meist neben dem Alltagsgeschäft umgesetzt werden, dauerte die Realisierung schlussendlich bis ins 2025 hinein.
Welche Herausforderungen gab es auf dem Weg zur ISO 20121-Zertifizierung?
Pascal: Die Frage «Wo fangen wir an» war für uns die grösste Herausforderung. Themen gab es verschiedene. Wir wollten uns gleich zu Beginn auf die Bereiche fokussieren, welche einen wirklichen Impact erzielen und auch realistisch in der Umsetzung waren. Dabei war uns wichtig, Ziele zu definieren, die einen gewissen Effort benötigen, aber nicht utopisch sind. Wir wollten nicht das Rad neu erfinden, sondern an vielen kleinen Zahnrädern Optimierungen vornehmen.
Gab es überraschende Erkenntnisse oder Aha-Momente im Prozess?
Pascal: Für mich war es eine positive Überraschung, wie viele Mitarbeitende im Team erfreut reagierten, als wir die geplante Nachhaltigkeitszertifizierung ankündigten. Es kamen so auch viele spannende Ideen und Inputs zusammen, welche bei der Erarbeitung der wichtigsten Themen sehr wertvoll waren.
Kannst du ein Beispiel nennen, wie die Prinzipien der ISO 20121 eure täglichen Entscheidungen beeinflussen?
Pascal: Die definierten Ziele sind sehr vielfältig und tangieren viele alltägliche Entscheidungen. Sei dies bei der Materialwahl, im Materialeinkauf, bei der Entsorgung und beim Recycling, bei den Transportwegen, beim Verpackungsmaterial oder auch im Bereich Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit. Die ISO- Themen sind ein fixes Traktandum in unserer 2-wöchentlichen Abteilungsleitersitzung. Bei dieser kontrollieren wir laufend, dass wir bei der Umsetzung im Zeitplan sind. In dieser Sitzung werden auch immer wieder spannende Inputs zur Nachhaltigkeit besprochen.
Wie bezieht ihr Kunden in eure Nachhaltigkeitsstrategie ein?
Pascal: Unsere Kunden wurden mittels systematischer Befragung zu Beginn der Erarbeitung der Strategie aktiv miteinbezogen. Die Antworten liessen wir in die Entscheidungsfindung der wichtigsten Schwerpunktthemen einfliessen.
Was sind die nächsten Schritte oder Ziele nach der ISO 20121-Zertifizierung?
Pascal: Die Zertifizierung war «nur» ein erster Schritt. Nun geht es an die Umsetzung der Strategie, welche für drei Jahre Bestand hat. Aktuell sind wir daran, unser Abfall- und Recyclingkonzept zu überarbeiten, um möglichst wenig wertvolle Ressourcen zu verschwenden.
Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich ganz persönlich?
Pascal: Nachhaltigkeit ist für mich nicht nur im Unternehmen ein wichtiges Thema, sondern begleitet mich auch persönlich in meinem Alltag. Ich möchte meiner kleinen Tochter ein Vorbild sein und ihr die Bedeutung eines verantwortungsvollen und achtsamen Umgangs mit unseren materiellen, aber auch persönlichen Ressourcen vermitteln.
Welchen Rat würdest du anderen Unternehmen aus der Eventbranche geben, die nachhaltiger werden möchten?
Pascal: Ich kann die Zertifizierung ISO 20121 jedem Unternehmen empfehlen. Es «zwingt» einem auf eine gute Art und Weise, verschiedenste Bereiche im Unternehmen zu beleuchten, zu hinterfragen und entsprechende Optimierungen vorzunehmen.
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